GESCHICHTE

1934

Unsere Flugtage verdanken wir unserem freien, weiten Feld und der Segelflug- gruppe Sissach. Diese wurde zum Zweck der Pflege und Förderung des motorlo- sen Flugsports, der Ausbildung von Segelfliegern sowie der Vermittlung theoreti- scher Kenntnisse von:

Hans Rauscher, Max Straumann, Rudolf Gunzenhauser, Ernst Gunzenhauser, Ma- thias Rieder, Otto Müller, Emanuel Hertig, Edi Jakob gegründet.

Die Flugübungen der Segelgruppe werden vom Wittnauer Berg auf das Wittins- burger Feld verlegt. Der Pachtzins beträgt für die Wintermonate Fr.100.-.
Im selben Jahr pachtet die Segelfluggruppe Sissach von der Gemeinde Wittinsburg Land für den Betrieb eines Segelflugplatzes.
Seit dieser Zeit werden in loser Folge Flugtage durchgeführt, die sich grosser Beliebtheit erfreuen.
Bis heute ist der Flugtag Wittinsburg ein Begriff im Volksmunde.

Hangar mit Mannschaftsraum gestiftet von Hans Rauscher

Sonntag, 9. September 1. Basellandschftlicher Volkssegelflugtag
Über 6000 Menschen, welche zum Teil mit dem Extrazug aus Basel angereist sind, verfolgen die spektakulären Flugdemonstrationen.

1936 – 1938

Im Hinblick auf die Anbauschlacht wird der Wintergetreideanbau stark ausgedehnt und die Felder bald nach der Ernte wieder für die nächste Saat zubereitet. Deshalb stellen sich die Landbesitzer gegen eine Ver- längerung des Vertrages, der von Anfang an nur die Wintermonate be- traf.

1940 – 1941

Fusion der Segelfluggruppe Sissach mit der Fluggruppe BaselDie Fliegerhütte auf dem Wittinsburger Feld wird wieder demontiert.

1948

Sonntag, 4. April

Eine kurze Zeitungsnotiz meldet den Abbruch des Versuches im Frühling wegen schlechtem Wetter. Über die Durchführung im Herbst finden wir nur folgendes: Mit 5 Pipermaschinen werden viertelstündige Rundflüge für Fr. 15.- angeboten. Der Andrang ist riesig. Nach 14 Uhr können keine Karten mehr verkauft werden.

Erfolgreiche Wiederholung am 3. Okto- ber. Nach 14.00h sind die Flugkarten ausverkauft.

1949

Sonntag, 4. September mit Wiederholung am 11. September. Bei besten Wetterverhältnissen wird ein neuer Besucherrekord gezählt.
Die unerfüllten Flugwünsche vom letzten Jahr will man jetzt berücksich- tigen. Partner ist wieder der Aeroklub Basel.
Bei prächtigem Wetter fliegen am Samstag 3- , am Sonntag 6-Piper-Maschinen mit Passagieren in die Runde. Darunter ist ein 4-Plätzer. Der Andrang ist so gross, dass wieder schon am frühen Nachmittag die Karten ausverkauft sind.

Akrobatik: mit dem Doppeldecker, Bücker-Jungmann, geflogen von Paul Rosen- mund versetzt das Publikum in Staunen. Später folgen eine lustige Propeller-Ballon-jagd und ein Höhenschätzwettbewerb.

Eine Wiederholung des erfolgreichen Anlasses ist nötig und findet am 11. September statt.

1951

Sonntag, 26. August
Gemeinsam mit der Flugplatzgenossenschaft Witterswil wird der Flugtag durchgeführt.

„Als sich die Wolken teilten und Sonnenschein über die Landschaft erstrahlte, strömte das Publikum in dichten Scharen auf die Hochebene zum Startplatz, wo ununterbrochen die Pipermaschinen Passagiere einluden, zum Flug über das heimatliche Dorf, ein bekanntes Tal oder einen vertrauten Berg.“

Am Nachmittag sorgt Bücker-Akrobatik und ein Höhenschätz-Wettbewerb für Span- nung. Rud. Boehlen zeigt einen imposanten Fallschirmabsprung.

Erster Auftritt eines Helikopters an einem Flugtag. Pilot Bauer führt das neuartige Gerät der erstaunten Menge vor. Mitgeflogen ist kein Geringerer als Globi höchstpersönlich und wird bald Liebling des Publikums. Werner Hausmannam Mikrophon kommentiert das spannende Geschehen.

1956

Sonntag, 23. September nach mehrmaliger Verschiebung fand dann doch noch statt.
Es war ein Sonntag hell und klar, ein selten schöner Tag im Jahr. Kaum gelandet, ausge- laden und neu befrachtet, und schon wieder kam das Startzeichen. Bis abends halb sie- ben hatten die Piloten ein grosses Pensum zu bewältigen. Ständig waren die Maschinen in der Luft. Waldfest, Wurst und Brot, war es, was die Lenker der Piper schnell zu sich nehmen konnten, denn keine Pause mit obligatorischem Mittagsschläfchen konnte eingeschaltet werden. Ohne Unterlass rollten die farbigen Vögel über die Piste.

Ein Segelflieger, der herangeschleppt wird, zeigt seine Künste.
Akrobatik mit dem Bücker vollführt Chef-Fluglehrer Vogel von der Balair.

Tausendfach erscholl ein langes Ah!, wenn die Maschinen sich senkrecht der Erde nah- ten. Viele unterdrückte Schmerzensrufe aber wandelten sich in Freude, wenn die Flieger wieder Normal-lage zeigten. Den beiden Künstlern der Luft wurde der Applaus nicht verwehrt.

Nicht fehlen darf ein Höhenschätz-Wettbewerb. Die Vereine von Wittinsburg sind wie immer für das leibliche Wohl besorgt, insbesondere die Frauen.

1959

Grosser Run auf die Rundflugbillette sorgt für hektischen Betrieb.

Zur Unterhaltung der Tausende zählenden Zuschauermenge wurde ein nettes Programm abgewickelt. Als erstes fand sich ein ziemlich ruppiger Bauer ein mit Schirm, Koffer und Rucksäcklein und verlangte einen Flug, aber er bezahle erst, wenn er wieder heil am Bo- den sei. Seine sieben Sachen sollten alle mitgeführt werden. Schon beim Vorbeiflug sah man, dass er gar nicht wie alle andern Passagiere in der Kabine sass. Bei offener Türe schlenkerten seine Beine in der Luft und plötzlich sprang er aus 500 m Höhe heraus und entpuppte sich als Fallschirmspringer. Das war Herr Wollensack, und seine beiden Schüler folgten ihm sogleich.

Mit dem Bücker zeigt Chef-Fluglehrer und Flugkapitän Vogel ein atemraubendes Akrobatik-Programm. Ein Dreier-Absprung bildet den Schluss des abwechslungsreichen Nachmittages.

1963

Sonntag, 18. August mit der Balair.

Dass der Flugtag wirklich stattgefunden hat, beweist ein Leserbrief in der Volksstimme vom 1. Oktober, worin jemand der Postfrau, Hulda Gysin, der Mutter von Susanne Rüdin, herzlich dankt. Am späteren Sonn- tagnachmittag nach dem Flugtag streikte das Auto. Im Dorf wollte man versuchen, einen Garagisten anzurufen. Bei der Post angekom- men, wurden die Leute ausser Schalterzeit hereingebeten und erst noch mit Traubensaft verwöhnt.

1974

Als Gast dabei ist die Fluggruppe Stans.
Aus Wettergründen kann nur ein Teil des Flugprogrammes sowie der Fliegerball bei romantischem Kerzenlicht durchgeführt werden. Das restliche Flugprogramm wird auf den 15./16. Juni verschoben.

Pilot Karl Scheuber kommentiert sein Kunstflugprogramm mit dem Pilatus B4-Metall-Segelflugzeug selbst und zeigt eine spektakuläre Tiefflugakrobatik. Zum ersten Mal wird den Zuschauern der Start eines Gasballons vorgeführt. Mit dem Wechsel von der Piper Maschine zum Pilatus Porter können neu 7 Gäste den Piloten auf den Rundflügen begleiten.

1984

1./ 2. September mit der Fluggruppe Stans.

6000 Zuschauern verfolgen bei herrlichem Sommerwetter das Flugspektakel auf der „Schweizipiste“.

Verrückter Deltasegler:
Die ausgefallene Idee, einen Deltasegler am Korb des Heissluftballons anzubinden, hochzuziehen und auszuklinken, gelingt dem Segler problemlos und bringt die Zuschauermenge zum staunen.

Das atemberaubende Flugspektakel mit einem Pitt S-1, vom mehrfachen Schweizer- und Vizeweltmeister Christian Schweizer geflogen; ein Höhepunkt der Flugtage.

Unter dem Motto „Wir reisen um die Welt“ sorgen die verschiedenen Dorfvereine für einen unterhaltsamen Abend.

1991

  1. August/ 1. September mit der Fluggruppe Stans.

Die französische Vierer-Kunststaffel (Ecco-Team), präsentiert sich in vielen Formationen und präsentiert ein faszinierendes Flugspektakel.

Die Dorfvereine sorgen für eine einmalige Abendunterhaltung mit volkstümlichen Liedern und Reigen, modernen Tanzeinlagen, wie auch Gymnastik.

2001

  1. August / 1. September mit der Fluggruppe Stans.

Das Swiss Air Force PC-7 Team der Luftwaffe begeistert mit seinen Formationsflügen und durch Perfektion.

Die Akrobatikvorführungen von Matthias Glutz aus Diegten im Christen Eagle und Bruno Müller mit seiner SU-26 begeistern das Publikum.

Abendunterhaltung mit Maja Brunner und den Rotachtaler. Grosse Fliegerbar im Zirkuszelt.

2016

Die Flugtage begannen spektakulär.
Ein Einmotoriges Flugzeug landete im Maisfeld direkt hinter der Piste. Der Pilot konnte nicht rechtzeitig anhalten. Ausser Sachschaden am Flugzeug und ein paar abgeknipste Maiskolben, gab es keine weiter Schäden.

Am Samstag war auf Grund schlecht Wetter eingeschränkter Flugbetrieb. Etliche Gäste feierten ausgelassen den Samstagabend mit den Coconuts als Abendprogramm.

Sonntag war zur Erleichterung ein voller Erfolg. Durch das mediale Interesse vom Freitag war der Flugtag in aller Munde bekannt.

Die Rundflüge der StarFlight mit beiden Antonov AN-2 waren bis zu letzt auf jeden Platz ausgebucht. Daniel Oldani überzeugte mit einer Live- kommentierter Akroshow. Bei manchen Stunts der Wing Walkers bleib einem der Atem stehen und nicht zuletzt auch die Super Connie welche mit Ihrer atemberaubender Grösse am blauen Himmel überzeugte.

Schönwetter und ideale Flugbedingungen trugen zur Erfolgreichen Flugtage 2016 bei.